Querspinett nach Johann Heinrich Silbermann (1767)
Nachbauten und Historischer Kontext

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Querspinette sind eine Bauform des Cembalos, die sich gerade in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts einer bemerkenswerten Beliebtheit erfreut hat. Namhafte deutsche Klavierbauer wie Johann Heinrich Silbermann und sogar einige darauf spezialisierte Werkstätten in England wie die von Joseph Mahoon und die der Familie Hitchcock (John Vater, John Sohn und Thomas) stellten solche Instrumente in großer Zahl her.


Diese heute ungewöhnliche Form bietet eine Reihe von besonderen Eigenschaften. So wird ein Kleincembalo in gleichsam verzerrter Flügelform erzeugt, das durchaus ein vergleichbares Klangpotential bietet. Ein damals wichtiger weiterer Gesichtspunkt ist die besondere praktische Eignung für Kammermusik. Durch die abgeschrägte Sitzposition stand ein Musizierpartner nicht im Rücken, sondern seitlich zugewandt und zudem in klanglich besonders günstiger Position, um miteinander musizieren zu können.

Querspinett Silbermann

Die in unserer Werkstatt entstandenen Querspinette basieren auf dem Instrument des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, MINe 90.

Joseph Johann Kauffmann, Familienbildnis Peter Burckhardt-Forcart, dat. 1775 (Historisches Museum Basel) 
Joseph Johann Kauffmann, Familienbildnis Peter Burckhardt-Forcart, dat. 1775 (Historisches Museum Basel)
Detail 
Detail
 

Ein bürgerlich-patrizischer Wohnraum des späten 18. Jahrhunderts ist auf diesem Familienbildnis des Malers Johann Jacob Burckhardt von 1775 aus Basel abgebildet. Besonders bemerkenswert ist hier die Situation am rechten Bildrand: Musik ist eine Aktivität der heranwachsenden Kinder. Die Tochter spielt Klavier (hier ein typisches Querspinett der Zeit), der Sohn stimmt seine Violine.

Die Szene ist eine Metapher für das „Zusammenstimmen“ mit zukünftigen Ehepartnern, die Musikausübung eine der gesellschaftlich gestatteten Gelegenheiten, bei der sich zukünftige Ehepartner „besserer Stände“ kennenlernen konnten, und auf die die Kinder durch Unterricht vorbereitet werden sollten.

Die typische Kammermusikgattung für diese Epoche und dieses kulturelle Umfeld ist die der Klaviersonate mit Begleitung eines Melodieinstruments, meistens einer Violine oder Querflöte.

(Titel des Erstdrucks von W. A. Mozarts opus 1, die Sonate für Cembalo mit Begleitung einer Violine KV 6)

Titel Mozart
Querspinett mit Violinbegleitung in unserer Werkstatt
Querspinett mit Violinbegleitung in unserer Werkstatt
 
 

 
 
 

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